50-Jahr-Feier der Funkamateure des Ortsverbandes Salzgitter-Bad (OV H21)

Einer von uns gehört zur Gattung der Funkamateure (Rufzeichen DK8AT) und ist gleichzeitig Mitglied beim Funker-Ortsverband Salzgitter-Bad. Was lag da näher, dass wir gefragt wurden, ob wir die Feierlichkeiten zum 50. Gründungstag des Ortsverbandes mitgestalten wollten. Keine Frage, wir sagten zu.

Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen:

Was ist ein Ortsverband?
Ein Ortsverband ist ein Zusammenschluss von Funkamateuren in einem Verein (Deutscher-Amateur-Radio-Club, DARC). Dieser Club hat bei seiner Gründung (1948, weitere Info hier) Deutschland in verschiedene Gebiete aufgeteilt (von A-Z, wobei H Niedersachsen ist). Und innerhalb dieser Gebiete wurden die sich gründenden Ortsverbände nummeriert. Salzgitter-Bad war demnach der 21. in Niedersachsen gegründete Ortsverband.

Was ist ein Funkamateur?
Funkamateure sind Menschen, deren Hobby es ist, untereinander und weltweit mit Hilfe von Funkgeräten zu kommunizieren (siehe hier). Oft wird der Funkamateur mit einem CB-Hobby-Funker verwechselt. Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass ein Funkamateur eine Prüfung bei der Bundesnetzagentur (früher: Oberpostdirektion) ablegen muss. Diese Prüfung ist sehr umfangreich und beinhaltete bis vor einiger Zeit den Nachweis der Fähigkeit, morsen zu können. Nach bestandener Prüfung bekommt der Funkamateur ein Rufzeichen zugeteilt, welches weltweit einmalig ist. Die Funktion der Rufzeichen kann man mit denen von Nummernschildern an Autos vergleichen, anhand dieser der Herkunftsort erkennbar ist.

Früher und heute
Als heutiger deutscher Staatsbürger kann man sich kaum noch vorstellen, wie die Kommunikationswege vor einigen Jahrzehnten beschaffen waren. Es gab kein Internet, auch das Telefonieren ins Ausland war fast unbezahlbar. Grenzen waren nicht so offen wie heute, so dass es eine große Besonderheit war, wenn man als Funkamateur mit Menschen aus unbekannten, nahen oder fernen Ländern kommunizierte. Ein besonderes Highlight war es (und teilweise ist es das noch heute), Kontakt mit einer fernen, einsamen Insel zu bekommen. Die Funkpartner waren meist kirchliche Missionare und deren einzige Verbindung nach außen war der Weg über das Funkgerät zu anderen Funkamateuren.
Heutzutage ist es für jeden selbstverständlich, eMails in alle Welt zu versenden oder für wenige Cent pro Minute rund um die Erde zu telefonieren.

Ein netter Abend
2005 war unser Repertoire zwar gewachsen, dennoch hatten wir nicht genügend Songmaterial, um einen ganzen Abend füllen zu können. Deswegen boten wir an, zwei oder drei Sets zu spielen. Einen besonderen Einsatz musste „unser” Funkamateur leisten: Addi spielte einen Set Solo-Stücke auf der Gitarre und sang dazu. Lieder von Donovan, Hannes Wader und anderen waren zu hören. Der Rest an musikalischer Unterhaltung musste von einem Diskjokey erledigt werden. Außerdem waren, wie das auf einer 50-Jahr-Feier üblich ist, Reden an der Tagesordnung. Z.B. sprachen der damalige Ortsbürgermeister Wolf-Tammo Köhne, der Distrikts-Vorsitzende des DARC und andere wichtige Persönlichkeiten.

Der Diskjokey war ein Alleinunterhalter, der mittels Keyboard und Mikrofon versuchte, sein Bestes zu geben.

Als wir dann aufspielten, lauschten alle Anwesenden unseren Klängen, die erschallten. Nach jedem Stück wurde tosender Applaus gespendet. Viele Worte des Lobes waren anschließend zu hören, und als wir irgendwann in einer Pause in den Nebenraum gingen, vor allem deswegen, weil der Alleinunterhalter mit seiner Lautstärke nicht Maß halten konnte, wurde ein Ausspruch kreiert, den wir sicher nicht vergessen werden.
Es waren beim Publikum schon einige Biere über den Tisch gegangen, und so wirkte derjenige, auf den wir im Nebenraum trafen, zunächst etwas abwesend. Als er uns dann sah, wurden seine Augen groß und er rief begeistert: „Eure Oktaven, eure Oktaven - herrlich, eure Oktaven sind einfach wunderbar.” Und da er, wie er sagte, selbst Musik macht, war ihm das offensichtlich umso mehr aufgefallen. Den Satz mit den Oktaven wiederholte er immer wieder begeistert.
Wir fragten uns später, was er mit Oktaven genau gemeint haben könnte, sind uns aber mittlerweile sicher, dass der von uns arrangierte mehrstimmige Gesang seiner Beschreibung („eure Oktaven”) am nächsten kommt.

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